... Denn wenn ein Mensch durch einen Schlag verletzt wird, wäscht man nachher die Wunde mit etwas Wein, und es soll in Wasser mäßig gekochte Schafgarbe, nach dem Wasser mäßig ausgepresst wurde, so warm über jenes Tuch leicht gebunden werden, das auf der Wunde liegt. Und so nimmt sie der Wunde die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Wer aber im Körperinneren eine Wunde erhielt, sei es, dass er duch Eisen verwundet oder innerlich verletzt wurde, der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver im warmem Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er dieses Pulver in warmem Wein, bis er geheilt wird.
~ Hildegard von Bingen~
Verwendung:
Rezeptur und Einnahme: Die Wunden werden zunächst mit etwas Wundalkohol oder Wein gesäubert und verbunden. Frische grob geschnittene Schafgarbe wird etwa 1 Minute, getrocknete zirka 3 Minuten lang in Wasser gekocht und leich ausgedrückt. Das noch feuchte Kraut warm über den Wundverband binden und regelmäßig erneuern, so dass die Wunde immer etwas feucht ist. Jedesmal neue Kräuter verwenden. Sobald die Wunde verschlossen ist, kann das warme Kraut direkt aufgelegt werden. Bei kleineren Wunden kann man die Kräuterpackung sofort direkt auflegen.
Rezeptur und Einnahme: Innerlich unterstützend um sich auf eine Operation vorzubereiten. Etwa ab einer Woche vor dem Eingriff täglich eine Tasse Fenchel oder Schafgarbentee mit 2-3 Msp. Schafgarbenkrautpulver. Dazu überbrüht man einen TL Fenchelsamen oder Schafgarbenkraut mit heißem Wasser und läßt das Ganze 5-8 Minuten ziehen. Anschließend absieben, 2-3 Msp. Schafgarbenpulver hinzufügen und schluckweise warm trinken. Nach der Operation oder nach einer Verletzung gibt man ebenfalls täglich in eine Tasse Kräutertee 2-3 Msp. dieses Pulvers. Wieder zu Hause kann man sich den Fenchel - oder Schafgarbentee wie gewohnt mit Pulver zubereiten. Auszug aus dem Buch "Die Heilkräuter der Hildegard von Bingen" von Dr. med. Elke Haase - Hauptmann