... Und wenn entweder infolge von Geschwüren oder von Würmern fauliges Fleisch im Menschen ist, dann koche (der Kranke) Eisenkraut in Wasser, und dann lege er ein leinenes Tuch auf die fauligen Wunden oder auf die fauligen Stellen mit den Würmern, und lege das Eisenkraut, nach mäßigem Ausdrücken des Wassers, mäßig warm auf jenes leinene Tuch. Aber wenn jemandem die Kehle aufschwillt, wärme er mäßig Eisenkraut in Wasser, und er lege es so mäßig warm auf seine Kehle und binde ein Tuch darüber, und dies tue er, bis die Schwellung verschwindet.
~ Hildegard von Bingen ~
Rezeptur und Anwendungsempfehlung:
Man kocht eine der Größe der Wunde oder entzündeter Stelle angemessene Menge frisches oder zerkleinertes getrocknetes Eisenkraut etwa 3 Minuten lang in Wasser. Auf die betroffene Stelle legt man ein sauberes Leinentuch oder eine Mullbinde, gibt darauf wiederum das ausgedrückte warme Kraut und bindet nochmals ein leinernes Tuch oder eine Binde darüber. Man kann das Kraut auch in einem Leinensäckchen kochen und als Kompresse warm auflegen. Sobald dieser Kräuterumschlag trocken wird, sollte er wieder erneuert werden, damit die Haut immer feucht bleibt.